Donnerstag, 8. Januar 2009

Middle of Nowhere

Ihr seht schon: ich versuche mal wieder ein bisschen regelmaessigkeit in mein Blogger- dasein zu bringen - unendliche Anlaeufe sind ja mittlerweile gescheitert.
Aber zur Sache: meinen heutigen Tag habe ich groesstenteils im Auto und im Social Security Office verbracht. Am morgen war natuerlich alles wie immer total verrueckt- niemand ausser mir wollte aufstehen (ich wollte eigentlich auch nicht, hab mich aber dazu gezwungen), d.h. das alle mal wieder zu spaet waren und dann hatte sich meine Gastmum auch noch in den Kopf gesetzt, den kindern Sushi in die Schule mitzugeben, was ja passenderweise in der Zubereitung drei mal laenger braucht als jede andere beliebige Mahlzeit. Die Kinder wollten dan auch unbedingt noch mit rumpampern, sodass es nicht verwunderlich war, dass sie den schulbus nur noch von hinten gesehen haben. Also hab ich sie eben schnell in die Schule gefahren (schnell ist ein lustiger Ausdruck- das auto das ich zur Zeit fahre hat immense Probleme mit dem Schalten, sodass die Drehzahl immer erstmal bis in den roten Bereich aufsteigt und der Motor fuer mindestens ne Minute aufheult- das bedeutet natuerlich, dass ich auch nicht so richtig vom Fleck komme), als ich dann nach Hause komme, treffe ich auf einen leicht grummeligen Matt (seine Kaffesahne war alle- und solche sachen koennen einem eben manchmal die Laune vermiesen) und habe, um den Hausfrieden zu wahren, beschlossen, da ich eh auf dem sprung war noch mal schnell einkaufen zu fahren. Als ich wieder zu Hause war, hab ich die Kueche gemacht und gleich meinen naechsten Kurierjob entgegengenommen: Kathy hatte von irgendwem mal Kostueme fuer die Kids geliehen, die sie mich jetzt zurueckbringen lassen wollte. Mal wieder ne halbe stunde fahrt aber mich hats anfangs noch gefreut, da die Strasse schoen war, ich laute Musik hatte und das Wetter mal wieder blendend war (wir haben schon wieder 15 Grad). Als ich dann an der Adresse angekommen war, die auf meinem Zettel stand, war da nichts ausser drei Farmen und zwei Waldbehoerden- echt die Mitte vom Nirgendwo. Bloederweise stand auf meinem Zettel auch nur eine vage Adressspanne, sodass ich mein Ziel in keinster Weise lokalisieren konnte. Weder die Angestellten in der ersten oder zweiten Waldbehoerde noch andere dort wohnende Menschen konnten mir leider weiter helfen und nach endlosem Klopfen an einem halb verfallenem Farmhaus (dessen Adresse der mir gegebenen aber am ehesten entsprach) hab ich beschlossen, die Sachen einfach dort zu lassen. Danach bin ich noch in die Bibliothek gefahren, um ein paar Buecher fuer Logan auszuleihen und danach wieder nach Hause. Ich hab Matt dann von meinem Erlebniss erzaehlt und sein Gesicht wurde von Satz zu Satz beaengstigter- irgendwann kam dann Kathy und sagt: "Oops, ich haette es dir vielleicht vorher sagen sollen, aber ich hab dir die falsche Adresse gegeben..."!!! Also hab ich mich wieder ins Auto gesetzt, bin ne halbe Stunde zum vermeintlichen Kostuembesitzer gefahren, hab die sachen wieder abgeholt, bin dann zum richtigen Kostuembesitzer gefahren, der schon verzweifelt gewartet hat, und wieder einen halbe Stunde zurueck... danach war mein Tank leer (ich hatte fast schon wieder Angst mitten auf dem Highway abzusterben). Als ich zu hause dann endlich mal ne Minute ohne mein Auto verbringen durfte, habe ich meine Mum angerufen, um gleich danach endlich mal loszufahren, um meine (schon seit einiger Zeit ueberfaellige) Social Security Nummer zu beantragen- das exakt gleiche Prozedere wie auf deutschen Behoerden: Nummer ziehn und dann in einem ueberfuelletm Wartesaal ewig warten- mit ausnahme, dass der Polizist, der gleichzeitig auch Meadchen fuer alles war, die Wartenden entertained hat. Nach ner ungefaehren Stunde (ich war schnell) hatte ich s dann aber geschafft und bin zurueck nach Hause geafhren , wo die Kinder schon auf mich gewartet haben- ich hatte sie ja nochmal von 4:30 bis 8:30. Dann ist aber nicht mehr viel passiert, ausser dass ich mit Logan gespielt habe, dann Dinner gemacht hab und nach bisschem weiteren spielen Logan ins Bett gebracht hab und mich bald darauf auch selbst in selbiges begeben habe- ich bin muede!

Mittwoch, 7. Januar 2009

Inferno

Ich weiss, dass ich immer noch ganz schoen hinterherhaenge, aber bevor ich euch von meinen Erlebnissen der letzten 2 Wochen berichte, moechte ich alle auf den neuesten Stand bringen.
Mit meiner gastfamilie ist es in der letzten Zeit immer schlimmer geworden- es herrscht irgendwie eine bedrueckte stimmung im Hause und mit meiner Gastmum rede ich kaum noch. Was hinzu kommt, ist dass meine Gasteltern mich die letzten drei Wochen nicht bezahlt haben ohne mir was davon zu sagen, d.h. ich habe weiterhin Geld ausgegeben und mein Kontostand befindet sich wahrscheinlich im eher negativen Bereich, was sehr teuer ist; hier bezahlt man pro Tag im Minus 5$! Alles sehr unschoene Sachen und auch abgesehen davon bin ich mir ziemlich sicher, dass ich hier nicht besonders gluecklich geworden waere (der einzigste Fakt, der mich davon abgehalten hat, sofort zu gehen ist die grossartige Stadt, die wundervolle Umgebung und die tollen Menschen, die ich kennen gelernt habe). Gestern dann endlich ein Licht am Horizont- nach endlosen Anrufen von Familien aus ganz Amerika (vornehmlich Ostkueste: Boston, Philadelphia, Washington D.C.... und sogar Hawaii) habe ich endlich eine Familie aus Colorado gefunden (sie wohnen nur 15 Minuten von meinem jetzigen Wohnort entfernt). Aufgrund all der vorher genannten Annehmlichkeiten, die mir Boulder so bietet, war ich natuerlich sofort Feuer und Flamme. Bin also gestern hingefahren hab die ganze Familie und das jetzige AuPair, die in 2 Wochen ihr Jahr beendet und zurueckfliegt, kennengelernt; und ich kann nur sagen: alle waren mir auf Anhieb symphatisch (obwohl es sehr chaotisch zugeht- die erste Impression von einem meiner zukuenftigen Kinder war, dass ihr Goldfisch gestorben ist, weil sie ihn in eine tasse gelegt hat und dann das Wasser ausgetrunken hat- er konnte hinterher seltsamerweise mit ganz viel wasser aber wiederbelebt werden :)), die Gasteltern sind superjung und total relaxt, das Haus ist schoen, die Kinder sind suess (ein Junge, 3 und zwei Maedchen, 5 und 8) und der Hund auch. Also hab ich heute natuerlich auf heissen kohlen gesessen und auf den erloesenden Anruf gewartet, den Anruf, dass ich den Job bekomme, der dann auch heute vormittag kam :D. Also kann ich wann immer ich moechte umziehen, d.h. ich werde mit Ende naechster Woche planen, es gibt schliesslich ne Menge Sachen zu packen (ich bin so froh, dass ich nicht fliegen muss, ich haette allein fuer mein Uebergepaeck bestimmt mein ganzes Wochengehalt hingeblaettert).

Aber, um den Titel-Text-Bezug herzustellen (im Deutschunterricht hab ich trotz vielfaeltiger Ablenkung durch spezielle spanischsprachige Banknachbar(inne)n aufgepasst ;)) nicht allein ich war Feuer und Flamme. Gegen 1 ist in Boulder ein Feuer ausgebrochen, das sich aufgrund der viel zu trockenen Vegetation und des heute kraeftig wehenden Windes innerhalb weniger Stunden zu einem Grossbrand ausgebreitet hat. Ich habe davon allerdings bis um 6 nichts mitbekommen. Daraufhin hab ich mich sofort zu einer kleinen Anhoehe aufgemacht und tatsaechlich: die Luft, die ich atme, brennt im Hals und ein ganzer Teil der Bergflanke steht orange gluehend in Flammen- es ist zu weit weg von uns, um uns einen Schaden zuzufuegen, der blosse Anblick war dennoch angsteinfloessend genug. Die Flammen sind noch lange nicht unter Kontrolle- es hat Monate nicht mehr geregnet um das Gras feucht zu halten- und bisher sind 11.000 Menschen evakuiert worden. Das klingt alles sehr dramatisch, aber bis jetzt wurde groesstenteil nur Grasland von den Flammen vernichtet, auch wenn man dem Anblick nach etwas anderes vermuten koennte.